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 VHDL13 DWLI 282033 Deutscher Wetterdienst Wetter- und Warnlage für Thüringen ausgegeben von der RWB Leipzig am Montag, 28.09.2020, 22:33 Uhr Ruhiges Herbstwetter. Wetter- und Warnlage: Schwacher Hochdruckeinfluss sorgt in den nächsten Tagen für weitgehend ruhiges Herbstwetter. Die Wetterlage erfordert keine Warnungen. Detaillierter Wetterablauf: In der Nacht zum Dienstag in der Westhälfte zunächst meist nur gering bewölkt, in der Osthälfte dagegen dichte Bewölkung und entlang der Landesgrenze zu Sachsen etwas Regen. Im Verlauf der zweiten Nachthälfte verbreitet wolkig und überall trocken. Tiefsttemperaturen 9 bis 4 Grad. Schwachwindig. Am Dienstag in der ersten Tageshälfte bei lockerer bis wechselnder Bewölkung zeitweise Sonnenschein, am Nachmittag und Abend von Westen her Bewölkungsverdichtung. Kein Niederschlag. Temperaturanstieg auf 16 bis 19, im Bergland auf 12 bis 16 Grad. Schwacher Südwestwind. In der Nacht zum Mittwoch überwiegend hochnebelartig bewölkt und örtlich Sprühregen. Temperaturrückgang auf 11 bis 7 Grad. Schwachwindig. Am Mittwoch viele Wolken, etwas Sonne, niederschlagsfrei. Höchstwerte zwischen 17 und 20, im Bergland zwischen 12 und 17 Grad. Schwacher Südwest- bis Südwind. In der Nacht zum Donnerstag locker bewölkt und Tiefstwerte zwischen 9 und 6 Grad. Schwachwindig und gebietsweise Ausbildung von Nebelfeldern. Am Donnerstag heiter bis wolkig, am Nachmittag von Westen her Bewölkungszunahme, bis zum Abend noch trocken. Höchsttemperaturen zwischen 17 und 21, im Bergland zwischen 12 und 17 Grad. Meist nur schwacher Wind aus südlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag stark bewölkt, örtlich etwas Regen. Tiefsttemperaturen zwischen 10 und 7 Grad. Schwacher Wind. Deutscher Wetterdienst, RWB Leipzig, Florian Engelmann 
 VHDL30 DWLI 282033 WARNLAGEBERICHT für Thüringen ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am Montag, 28.09.2020, 22:33 Uhr Ruhiges Herbstwetter. Wetter- und Warnlage: Schwacher Hochdruckeinfluss sorgt in den nächsten Tagen für weitgehend ruhiges Herbstwetter. Die Wetterlage erfordert keine Warnungen. Deutscher Wetterdienst, RWB Leipzig, Florian Engelmann 
SXEU31 DWAV 281800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 28.09.2020 um 18 UTC Markante Wettererscheinungen: Wenig berauschender Septemberausklang mit zyklonalen und antizyklonalen Anteilen, aber ohne markante Wettererscheinungen. Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC ------------------------------------------------------------- Aktuell ... dümpelt die hiesige Wetterlage mehr oder weniger lustlos oder besser undynamisch vor sich hin. Als Protagonist des Ganzen lässt sich ein Höhentief über Österreich ausmachen, um das sich alles dreht, wobei es bis morgen früh im Zeitlupentempo ins benachbarte Ungarn auswandert. Auf der Nordwestflanke des Tiefs bleibt die Höhenströmung bei uns leicht zyklonal konturiert, obwohl von Frankreich und Benelux her ein flacher Rücken dichter an den Vorhersageraum heranrückt. Aus der Höhe zum Boden, wo die Druckverteilung extrem flau ist, was u.a. die schwache Luftbewegung erklärt. Für Teile unseres Landes zeichnet das alternde Tief YOUNGME verantwortlich, das heute Abend vergleichsweis unscheinbar mit rund 1010 hPa irgendwo zwischen Rheinmündung und Ijsselmeer liegt, von wo aus es unter weiterer Auffüllung nach Norden raus auf die offene Nordsee zieht. YOUNGME verfügt über einen ausgeprägten, nach Süden weisenden Bodentrog, in dem zwar nur schwache, dafür aber stark konfluente Bodenwinde wehen, die im Verbund mit schwacher WLA sowie einer eingebetteten Okklusion einen gewissen Hebungsbeitrag leisten. Der Trog schwenkt im Laufe der Nacht in die westlichen und südwestlichen Landesteile, wo es zu schauerartigem Regen kommt. Insbesondere in einem schmalen, von der Eifel über das Saarland bis zum Schwarzwald reichenden Streifen kann der Regen auch mal kräftiger ausfallen mit einer Gesamtrate von 10 bis 15 l/qm, lokal vielleicht 20 l/qm innert 12 h. Es soll an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden, dass vor allem ICON zur Attacke bläst, während COSMO-D2 sowie die externen Modelle defensiver aufgestellt sind. Fakt ist, dass die Niederschläge im äußersten Südwesten die Tendenz haben, sich ostwärts auszuweiten, so dass sie im Laufe der Nacht auf das Allgäu und das westliche Alpenvorland übergreifen. Derweil schwächen sich die Niederschläge im Südosten mit Abzug des Höhentiefs allmählich ab, wobei die anfangs bei 1500 m angesiedelte Schneefallgrenze leicht ansteigt. Der große Rest des Landes präsentiert sich bis in die Frühstunden trocken bei teils starker, teils aufgelockerter Bewölkung. Dort, wo es längere Zeit ausstrahlen kann (vornehmlich Mitte/Norden, aber auch Teile Bayerns), bildet sich stellenweise Nebel. Zudem wird es in diesen Regionen auch am kältesten, z.T. kühlt sich die Luft auf unter 5°C ab, was in ungünstigen Lagen die Gefahr leichten Frostes in Bodennähe birgt. Dienstag ... präsentiert sich das Wetter in Deutschland zweigeteilt mit überraschendem Ausgang, wenn man nur auf die Höhenströmung respektive Potenzialverteilung guckt. Im Nordosten, wo die Höhenströmung aufgrund eines vom Höhentief (das übrigens nach Rumänien zieht) zurückhängenden Troges am zyklonalsten aufgestellt ist, wird es am freundlichsten. Insbesondere an der Ostsee, vielfach aber auch im Binnenland (SH, MV, östliches NDS bis hinunter nach Sachsen-Anhalt) scheint für längere Zeit die Sonne, während sich nach Osten hin (Berliner Raum, Oder/Neiße, Ober-/Niederlausitz) ein paar mehr Wolken zeigen. Im Westen und Süden des Vorhersageraums, wo der Höhenrücken einen zaghaften Vorstoß wagt, bleibt die Wolkendecke weitgehend geschlossen und es kommt zu schauerartigen, gebietsweise auch länger andauernden Regenfällen mit Tagesraten, die meist unter 10 l/qm, häufig sogar unter 5 l/qm liegen. Die Ursache dafür ist weniger in der "Höhe" zu finden (wie auch bei dieser Konstellation), stattdessen kommen die konfluenten Reste des Bodentrogs und der Okklusion, eine bis etwa 650 hPa gut gesättigte Schicht sowie eine niedertroposphärisch markante Rechtsdrehung des Windes (=> WLA) als Erklärung in Frage. In den Alpen steigt die Schneefallgrenze auf etwa 2000 m an. Das nicht zuletzt deswegen, weil die 850-hPa-Temperatur einen leichten Satz nach oben auf 4 bis 8°C macht. Projiziert auf die 2m-Temperatur bedeutet das am Ende des Tages Höchstwerte von 16 bis 20°C in den Regionen, wo die Sonne zumindest hin und wieder mal Akzente setzt und 12 bis 16°C dort, wo dass teils nasse Grau vorherrscht. In der Nacht zum Mittwoch gelangt Deutschland bezogen auf das Potenzial unter einen Sattelpunktsbereich ohne jedwede Antriebe. Der o.e. Trog aus dem Nordosten zieht sich gen Tschechien zurück, der neue Trog vom Atlantik ist noch nicht da. Gleichzeitig flacht der o.e. Rücken immer weiter ab und sein Pendant über Nordosteuropa hält sich über der Ostsee vornehm zurück. So kann es passieren, dass in den Frühstunden kaum eine Isohypse über Deutschland im Potenzialfeld anzutreffen ist. Mit oder ohne Isohypse, der Korridor mit den Regenfällen verlagert sich von Westen über die Mitte ostwärts, wobei er sich mehr und mehr abschwächt. Am längsten regnet es noch im Südosten. Rückseitig schwappt etwas feuchtere und geringfügig labilere Luft in die westlichen Landesteile, in der es mitunter schauerartig regnen kann, ohne dass dabei aber die ganz großen Mengen herausspringen. Dort, wo es aufklart (Osten/Nordosten, phasenweise Südwesten) bildet sich örtlich Nebel. Im Zuge allmählicher Erwärmung dürfte Frost in Bodennähe kein Thema mehr sein, auch wenn im Osten die 2m-Temperatur punktuell auf Werte um 5°C sinkt. Mittwoch ... gilt es, seine Augen mehr und mehr Richtung Westen zu schärfen. So hat sich mittlerweile über dem nahen Ostatlantik ein manierlicher Langwellentrog manifestiert, der von Grönland bis hinunter zur Biscaya reicht. Korrespondierend dazu findet man zwischen Island und UK/Irland ein mehrkerniges elliptisches Tief (der Hauptkern liegt bei Island, während weiter südlich ein am Okklusionspunkt entstandenes Teiltief zu finden ist). Beides - Tief und Trog - sind noch zu weit weg und auch nicht progressiv genug, um das Wetter bei uns nachhaltig aufzumischen. Trotzdem macht sich die Vorderseite im Westen und Nordwesten des Landes insofern leicht bemerkbar, als dass dort der südliche bis südwestliche Wind die Zügel etwas anzieht, ohne dabei aber unangenehm aufzufallen. Am spürbarsten wird die Luftbewegung über der Deutschen Bucht, für 7er-Böen dürfte es aber kaum reichen. Wettermäßig gilt es zu konstatieren, dass die anfänglich im Osten noch auftretenden leichten Regenfälle immer schwächer werden bzw. ganz aufhören. Dafür bleibt die Niederschlagsneigung aus der Nacht im Westen des Vorhersageraums ganztägig erhalten, was sich in Form einzelner, meist schwacher Schauer widerspiegelt. In puncto Sonne stehen der Nordosten (MV bis nach Sachsen) sowie der äußerste Südwesten (Südbaden, Südwürttemberg) am besten da, auch wenn dort jetzt nicht der pure Affenhochglanz vorherrscht. Bei leicht steigenden 850-hPa-Temperaturen (auf 6-9°C) erwärmt sich auch die alternde bodennahe Luftmasse etwas auf 14 bis 21°C. In der Nacht zum Donnerstag zeigt das gesamte Strömungsmuster eine leichte Ostverlagerung. Durch schwache WLA nimmt die mehrschichtige Bewölkung in den westlichen Landesteilen zu, der zugehörige skalige Regen lässt bis zum Morgen wahrscheinlich aber noch auf sich warten. In den übrigen Landesteilen präsentiert sich der Himmel unterschiedlich bewölkt, nicht selten präsentiert er sich sogar gering bewölkt oder klar. Dabei bildet sich gebietsweise Nebel. Im Nordwesten verschärft sich der Gradient, die zugehörige Windzunahme aus Südost ist aufgrund stabiler Schichtung aber nur auf der Nordsee sowie in einigen wenigen Höhenlagen wirklich spürbar. Mit 14 bis 11°C wird die Nacht im Nordwesten unter den Wolken ziemlich mild, während in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen sowie an den Alpen z.T. die 5°C-Marke unterschritten wird. Donnerstag ... kommt der Höhentrog vor allem in seinem Südteil weiter nach Osten voran, was ihm eine leicht negative Achsstellung verleiht. Das korrespondierende Bodentiefdrucksystem macht nur wenig Boden nach Osten hin gut und das kleine, zur südwestlichen Nordsee bzw. Richtung Niederlande vorankommende Teiltief fungiert als Bremse für die Progression der zugehörigen Kaltfront respektive Okklusion. Kurzum, der frontale Regen greift wahrscheinlich schon in den Morgenstunden, spätestens am Vormittag auf die westlichen Landesteile über, die nachfolgende Ausbreitung gen Osten folgt dann aber eher dem Muster Schalker Angriffsfußballs, sprich pomadig und wenig effektiv. Wie weit sich das Regengebiet schlussendlich ostwärts ausbreitet, steht noch nicht endgültig fest. Tendenziell sind die externen Modelle etwas forscher aufgestellt als ICON, was z.T. der Achsneigung des Höhentrogs sowie der genauen Position des Teiltiefs geschuldet ist. Je näher man den östlichen und südöstlichen Landesteilen kommt, desto wahrscheinlicher ist ein trockener und zumindest zeitweise sonniger 1. Oktober. Ob dabei von Polen her ein paar Schauer die Oder und Neiße westwärts überqueren - das Höhentief schlägt von Rumänien aus einen Nordostkurs ein und wird somit zumindest partiell retrograd -, wie von ICON 06 UTC propagiert (und von ICON 12 UTC nicht bestätigt), ist derzeit noch äußerst fraglich. Fakt ist, dass T850 bis zum Abend auf 6 bis 11°C, Richtung Alpen 12 °C ansteigt, was mit Ausnahme höherer Lagen Tageshöchstwerte von 16 bis 22°C zur Folge hat. Dabei lebt der Wind östliche bis südliche Wind im Norden und Westen etwas auf, Böen der Stärke 7 Bft, vereinzelt 8 Bft bleiben wahrscheinlich aber nur der offenen Nordsee und vielleicht noch Teilen der schleswig-holsteinischen Ostseeküste vorbehalten. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle sind sich im Großen und Ganzen einig, und dort, wo das nicht ganz der Fall ist (klassische Unschärfen keine substanziellen Unterschiede), besteht keine Warnrelevanz. So wird auf der Warnkarte des DWD in den nächsten Tagen und Nächten die Farbe Grün dominieren, am ehesten mal "gestört" durch gelben Nebel. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Hoffmann